Redmine 7.0.0 steht zum Zeitpunkt der Beitragserstellung kurz vor der Veröffentlichung. Es handelt sich um ein Major-Release. Zu den diversen Änderungen gehören sowohl technische Aktualisierungen als auch zahlreiche Anpassungen der Oberfläche. In unserem Beitrag fassen wir ein paar (unserer Meinung nach) wichtigsten Neuerungen zusammen.

Die vollständige Changelog findest Du wie immer auf Redmine.org.

Hinweis: Unsere Plugins bis einschließlich Version 4.5.0 unterstützen Redmine 7.0.0 noch nicht. Die Unterstützung für Redmine 7 ist voraussichtlich ab Plugin-Version 4.6.0 vorgesehen. Vor einem Update solltest Du wie üblich immer zuerst die Mindestvoraussetzungen prüfen.

Funktionen, die Deinen Arbeitsalltag erleichtern werden

  • Überarbeiteter Header: Der Seitenkopf erhält eine neue Navigationsleiste (Feature #43937).
  • Angepasstes Design: Mit Open Color werden die Farben vereinheitlicht. Dazu kommen veränderte Abstände und Rahmen in der gesamten Oberfläche (Feature #43256).
  • Dateityp-Symbole: Anhänge zeigen nun passende Datei-Icons statt der bisherigen Büroklammer (Feature #43797).
  • Tabellen aus Tabellenkalkulationen einfügen: Inhalte aus Excel oder LibreOffice Calc lassen sich direkt als CommonMark- oder Textile-Tabelle in Textfelder einfügen (Feature #43950).
  • Vorschau für PDF- und Office-Dateien: Anhänge können angezeigt werden, ohne sie vorher herunterzuladen (Feature #22483, #8959).
  • Wiki als ZIP exportieren: Alle Wiki-Seiten eines Projekts lassen sich gesammelt als ZIP-Archiv herunterladen (Feature #43978).

Hinweis: Open Color ist vor allem für Theme-Entwickler interessant. Da die Farben zentral als CSS-Variablen gepflegt werden, lässt sich ein eigenes Farbschema an einer Stelle anpassen, statt einzelne Werte quer durch die CSS zu überschreiben. Das schafft zugleich die technische Grundlage für einen späteren Dark Mode, der dann im Wesentlichen nur einen zweiten Satz Variablenwerte benötigen wird.

Relevante Einstellungen für Projektleiter und Administratoren

Die folgenden Neuerungen betreffen weniger die tägliche Ticketbearbeitung als die Steuerung dahinter: Sie sind daher mehr für Administratoren und Projektleiter relevant. Weil sie dabei helfen Zuständigkeiten und Prozesse sauber zu trennen und Zugriffe nachvollziehbar zu machen.

  • Bearbeiter automatisch beobachten: Wer eine Aufgabe zugewiesen bekommt, kann optional automatisch als Beobachter hinzugefügt werden (Feature #2716).
  • Sortierung der Bearbeiter-Auswahl: Die Reihenfolge im Zuweisen-Dropdown ist konfigurierbar, inklusive Gruppierung nach Gruppen (Feature #43996, #44015).
  • Nutzung von API- und Atom-Schlüsseln nachvollziehen: Die letzte Verwendung von Zugriffsschlüsseln wird protokolliert (Feature #43938).

Ein paar technische Neuerungen

  • Update auf Rails 8 (Feature #43205) und Unterstützung für Ruby 4.0 (Feature #43650).
  • Webhooks: Redmine kann Webhooks auslösen und externe Systeme bei Ereignissen benachrichtigen (Feature #29664).
  • Geänderte HTML-Verarbeitung: Die Textaufbereitung wechselt von html-pipeline zu Loofah (Feature #42737, #43643).

Performance und Bedienung

  • Schnellere Darstellung bei der Erwähnung von Nutzern (@login) auf großen Instanzen (Defect #43838).
  • Bessere Performance beim Speichern von Workflows (Feature #43957).

Fazit

Ein technisches Major-Upgrade ist kein Feature, das man “benutzt” - es ist eher die Voraussetzung dafür, dass alles andere sicher und langfristig weiterläuft. Unterm Strich bringt Redmine 7.0.0 zwei Dinge zusammen: viele kleine Verbesserungen für ein angenehmeres Arbeiten und mit Rails 8, Ruby 4.0 und Webhooks einen spürbaren technischen Sprung im Vergleich zur Vorgängerreihe (Redmine 6.x).

Hinweis für Hosting-Kunden: Für Kunden im Redmine Managed Application Hosting übernehmen wir das Update. Wir testen neue Versionen wie Redmine 7.0.0 vorab, insbesondere auf Kompatibilität mit allen eingesetzten Plugins, und stellen sie erst danach bereit. Eine eigene technische Umsetzung ist nicht erforderlich. Wir werden unsere Plugins schnell auf die neueste Version anpassen, müssen aber auch sicher stellen, dass eventuelle Drittanbieter-Plugins ebenfalls schon damit funktionieren. Sobald das der Fall ist, spricht nichts gegen ein Update auf die 7er Version.

Weiterführende Infos

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