Das Open Source Projektmanagement Tool Redmine kann von Haus aus viel: Tickets, Wiki, Zeiterfassung, Gantt, Rollen und Rechte, Workflows etc. Trotzdem stoßen viele Teams auf Funktionslücken. Standardmäßig gibt es keine Boardansicht für Tickets, das Gantt ist nur lesend und liefert ohne Datenpflege keine Informationen. Und wer auf welchem Projekt verfügbar ist, steht nirgends.

Das offizielle Plugin-Verzeichnis auf Redmine.org listet mittlerweile über tausend Erweiterungen (sogenannte Plugins). Viele davon sind altbewährt, aber leider sind auch viele seit Jahren nicht mehr auf dem aktuellen Stand oder ungepflegt. In diesem Beitrag erfährst du,worauf du achten solltest, wenn du Zusatzfunktionen benötigst, welches unserer Plugins nützliche Funktionen für verschiedene Projektteams liefert.

Welcher Bedarf, welches Plugin?

BedarfPluginWarum sinnvollKauf möglichRedmine Hosting
Kanban und SprintsReportingTaskboard mit Drag and Drop, Swimlanes (eine Zeile pro Gruppe, z.B. pro Person), WIP-Limits und Burndown Charts✓Core Stack
Teilaufgaben im TicketIssue ChecklistsChecklisten mit Fortschrittsbalken, Vorlagen und Schließschutz✓Planning Add-On
Kapazität und AbwesenheitHRMRessourcenplanung über alle Projekte, Urlaub und Abwesenheiten mit Genehmigung✓Core Stack
ZeiterfassungTimesheetWöchentlicher Stundenzettel und Timer am Ticket✓Planning Add-On
Überblick und KennzahlenReportingDashboards, erweiterte Projektliste, Budgets, Berichte und Charts✓Core Stack
TerminplanungGanttTermine und Abhängigkeiten direkt im Diagramm ändernneinPlanning Add-On
Support per E-MailServiceDeskE-Mails als Tickets, Antworten aus Redmine, SLA über das Reporting Pluginnur Enterprise+Core Stack
Kunden und KontakteServiceDeskKontakt- und Unternehmensverwaltung, verknüpft mit den Ticketsnur Enterprise+Core Stack
Dokumentation und ISO-NachweisWiki GuideFreigabe-Workflow und Lesebestätigung für Wiki-Seiten, z.B. für ISO 9001✓Core Stack
Ordnung bei vielen TicketsReportingTags für Projekte und Tickets, filterbar und gruppierbar✓Core Stack
Wiederkehrende AufgabenAutomationWenn-dann-Regeln und Ticketwiederholung ohne Programmierung✓Core Stack
Einheitliche Tickets und ProjekteTemplatesVorlagen für Projekte, Tickets, Kommentare und Wiki-Seiten✓Planning Add-On
KI im Ticket und WikiAIZusammenfassungen, ähnliche Tickets finden, vordefinierte PromptsneinAI Add-On
Anmeldung über FirmenkontoSAML / SSOSingle Sign-On, z.B. mit Microsoft Entra ID, Okta oder KeycloakneinSAML / SSO Add-On
Virenschutz für AnhängeClamAVPrüft jede hochgeladene Datei und entfernt infizierte DateienneinClamAV Add-On

Kauf: einzeln oder im Bundle erhältlich. Core Stack: im Redmine Hosting enthalten. Add-On: im Redmine Hosting monatlich zubuchbar.

Dazu kommen Plugins für speziellere Aufgaben: DB für Assets und Inventar, Passwords für Zugangsdaten im Projekt und DevOps für die Anbindung von GitLab, GitHub, Zabbix und anderen Diensten.

Wenn die Ticketliste nicht mehr reicht

Redmine zeigt Tickets als Liste. Eine Boardansicht mit Spalten pro Status gibt es nicht. Für Kanban braucht es aber genau diese Spalten und dazu WIP-Limits, also eine Obergrenze für gleichzeitig laufende Tickets pro Spalte. Wer in Sprints plant, braucht außerdem einen Burndown Chart.

Das Taskboard im Reporting Plugin macht aus der Ticketliste ein Board. Tickets ziehst du per Drag and Drop in den nächsten Status. WIP-Limits und Burndown Charts sind dabei, das Board funktioniert auch projektübergreifend. Wie das in der Praxis aussieht, zeigen die Beiträge zu WIP-Limits und zur Sprint- und Versionsplanung.

Wenn jedes Mal dieselben Schritte anfallen

Onboarding, Release, Qualitätsprüfung: Die Schritte sind jedes Mal gleich. Für jeden Schritt ein eigenes Unterticket ist zu viel. Eine Liste in der Beschreibung wird schnell unübersichtlich.

Issue Checklists hängt eine Checkliste direkt ans Ticket. Mit dem Templates Plugin bringt eine Ticket-Vorlage ihre Checkliste gleich mit. Beide gibt es zusammen als Bundle. Das Automation Plugin legt solche Tickets bei Bedarf auch regelmäßig selbst an. Details stehen im Beitrag zum Checklisten Plugin.

Wenn niemand weiß, wer nächste Woche Zeit hat

Redmine weiß, wem ein Ticket zugewiesen ist. Ob diese Person nächste Woche im Urlaub ist oder schon drei andere Projekte bedient, weiß es nicht.

Das HRM Plugin verwaltet Abwesenheiten und rechnet daraus die verfügbare Zeit pro Person. Die Ressourcenplanung zeigt, wer wie ausgelastet ist, über alle Projekte. Wichtig zur Einordnung: HRM ist keine Lohnabrechnung und keine Stempeluhr. Mehr dazu im Beitrag Arbeitszeiten erfassen und Abwesenheiten verwalten.

Wenn Zeiten am Freitag nachgetragen werden

Das Buchungsformular von Redmine erfasst einen Eintrag pro Ticket und Tag. Wer die Woche am Freitag nachträgt, klickt sich durch viele Formulare.

Das Timesheet Plugin zeigt ein Wochenraster: Tickets links, Tage oben, Stunden in den Zellen. Wer lieber in Echtzeit bucht, startet den Timer am Ticket. Beides landet in den normalen Redmine-Zeiteinträgen. Auswertungen und Exporte funktionieren also weiter wie bisher.

Wenn Kundenanfragen per E-Mail kommen

Das ServiceDesk Plugin holt E-Mails aus einem Postfach und legt daraus Tickets an. Der Absender wird als Kontakt gespeichert, Antworten gehen aus dem Ticket zurück an den Kunden. Mit dem SLA-Management aus dem Reporting Plugin siehst du, ob Reaktions- und Lösungszeiten eingehalten werden. Wie du ein Microsoft 365 Postfach anbindest, steht im Beitrag zum E-Mail-Support.

ServiceDesk ist nur im Enterprise+ Bundle erhältlich. Es setzt Reporting und Automation voraus.

Womit du je nach Team anfangen kannst

Softwareteam mit Kanban oder Scrum Reporting für Taskboard und Burndown, Issue Checklists für Definition of Done und Release-Abläufe, Timesheet für die Zeiterfassung. Wer GitLab oder GitHub einsetzt, ergänzt DevOps (gibt es zusammen mit Reporting als DevOps Bundle).

Agentur oder Dienstleister Reporting für Budgets, Stundensätze und Projektliste, Timesheet für die Zeiterfassung, ServiceDesk für den Kundensupport. Da ServiceDesk nur im Enterprise+ Bundle enthalten ist, lohnt sich hier meist gleich das ganze Bundle.

PMO oder viele parallele Projekte Reporting für Dashboards, projektübergreifendes Board und Projektliste, HRM für die Ressourcenplanung. HRM gibt es zusammen mit Reporting als Business-Class Bundle. Wer Termine laufend verschiebt, ergänzt das Gantt Plugin.

Interne Prozesse und ISO-Zertifizierung Wer eine Nachweispflicht nach ISO 9001 oder einer anderen Norm hat, muss belegen, dass Dokumente freigegeben und den Mitarbeitern bekannt sind. Wiki Guide bringt dafür einen Freigabe-Workflow für Wiki-Seiten und Lesebestätigungen mit, die zeigen, wer welches Dokument gelesen hat. Templates und Issue Checklists halten feste Abläufe fest, Automation übernimmt wiederkehrende Aufgaben.

Worauf du vor der Installation achten solltest

Plugin-Check als Kreislauf: Versionen prüfen, Verträglichkeit prüfen, Pflege prüfen, wenige Plugins, erst testen. Beim nächsten Redmine-Update beginnt der Check von vorn.
Der Plugin-Check läuft nicht nur einmal. Bei jedem Redmine-Update beginnt er wieder bei Schritt 1.

Versionen müssen zusammenpassen

Plugin, Redmine-Version, Ruby-Version und Datenbank müssen zueinander passen. Ein Plugin, das für Redmine 5 geschrieben wurde, läuft auf Redmine 7 oft nicht mehr. Unsere aktuelle Plugin-Version v4.6.0 setzt Redmine 7 voraus. Die vollständigen Mindestvoraussetzungen stehen auf der Preisseite.

Plugins müssen sich untereinander vertragen

Zwei Plugins, die dieselbe Funktion mitbringen, kommen sich in die Quere. Typische Fälle sind Tags, Budgets, SLA, Mitarbeiterverwaltung und Plugins, die den Redmine-Editor ersetzen. Welche Plugins sich mit unseren nicht vertragen, steht in der Lizenz-FAQ.

Unsere Plugins entwickeln und testen wir gemeinsam. Sie erscheinen mit derselben Versionsnummer und sind aufeinander abgestimmt.

Auf Pflege achten

Wann war das letzte Release? Gibt es eine Dokumentation? Gibt es Hinweise zur Migration auf die nächste Redmine-Version? Ein Plugin ohne Pflege blockiert früher oder später das nächste Redmine-Update. Unsere Änderungen veröffentlichen wir mit jedem Release im Blog oder News Bereich.

Klein anfangen

Installiere nicht zwanzig Plugins auf einmal. Starte mit wenigen, die ein konkretes Problem lösen. Jedes Plugin muss bei jedem Redmine-Update mitgezogen werden, und jedes neue Plugin verändert, wie dein Team arbeitet.

Erst testen, dann einspielen

Neue Plugins und Updates gehören zuerst in eine Testinstanz. Das gilt besonders für Plugins, die eigene Tabellen in der Datenbank anlegen. Vorher ein Backup machen und prüfen, ob es sich auch zurückspielen lässt.

Wenn Datenschutz und Sicherheit mitentscheiden

Ein Plugin wird Teil von Redmine und kommt damit an alle Daten: Tickets, Benutzer, Anhänge. Rollen und Rechte schützen nur, wenn das Plugin sie auch beachtet. Vor der Installation solltest du deshalb ein paar Fragen klären:

  • Wer steckt hinter dem Plugin? Plugins, die schnell gebaut und dann nicht mehr gepflegt wurden, gab es schon immer. Mit KI-Werkzeugen (Vibe-Coding) werden es mehr, und sie sehen von außen genauso ordentlich aus wie gepflegte Plugins. Wer sie veröffentlicht, ist oft unbekannt. Ob die Person Erfahrung in der Softwareentwicklung hat und ein sicheres Plugin bauen kann, lässt sich nicht prüfen.
  • Ist der Quellcode einsehbar? Unsere Plugins stehen unter der GPL v2, den Code bekommst du vollständig mit.
  • Werden Sicherheitslücken behoben? Bei unseren Plugins sind Sicherheitsupdates während der Lizenzlaufzeit enthalten.
  • Gehen Daten nach außen? Das betrifft vor allem KI-Plugins. Im AI Hosting läuft die KI auf einem Server in der EU oder auf deinem eigenen Server, die Daten gehen nicht an externe KI-Anbieter.
  • Beachtet das Plugin die Rechte? Unsere Plugins bringen eigene Rechte mit, die du pro Rolle vergibst. Die Plugins halten sich daran. Ein paar Beispiele:
    • Budgets und Stundensätze im Reporting sieht nur, wer das Recht Budget anzeigen hat.
    • Bei Checklisten lässt sich das Abhaken vom Bearbeiten trennen. Ein Teammitglied kann Einträge erledigen, ohne die Liste umzubauen.
    • Private DB-Einträge sehen nur der Ersteller, die zugewiesenen Benutzer und Gruppen, Administratoren und wer das Recht Private DB Einträge anzeigen hat.
    • Passwörter sind nur für die Projektmitglieder sichtbar, denen sie zugewiesen sind.

Diese Plugins und Add-Ons helfen dir, Daten zu schützen und Vorgaben nachzuweisen:

  • Passwords: Zugangsdaten verschlüsselt (AES 256) in Redmine ablegen. Sichtbar nur für die zugewiesenen Projektmitglieder, statt sie per E-Mail zu verschicken.
  • SAML / SSO Add-On: Anmeldung über das Firmenkonto. Wer das Unternehmen verlässt, verliert mit dem Firmenkonto auch den Zugang zu Redmine.
  • ClamAV Add-On: Virenscan für jede hochgeladene Datei.
  • Wiki Guide: Freigaben und Lesebestätigungen als Nachweis.

Kauf oder Hosting?

Du kaufst unsere Plugins einmalig als Support-Lizenz für 12 Monate. In dieser Zeit bekommst du Updates und Support. Danach kannst du die zuletzt geladene Version weiter nutzen, eine Verlängerung ist freiwillig. Die Zahl der Benutzer spielt keine Rolle. Für häufige Kombinationen gibt es Bundles, das Enterprise+ Bundle enthält zehn Plugins. Installation und Updates übernimmst du dabei selbst.

Im Managed Hosting spielen wir die Plugins ein und halten sie bei Redmine-Updates kompatibel. Sicherheitsupdates und tägliche, verschlüsselte Backups gehören dazu. In der Cloud-Variante liegen die Daten in Deutschland, bei InHouse auf deinem eigenen Server. Reporting, Automation, DB, DevOps, HRM, Passwords, ServiceDesk und Wiki Guide sind im Core Stack enthalten. Weitere Funktionen buchst du als Add-On dazu:

  • Planning Add-On: Gantt, Issue Checklists, Templates und Timesheet. Einen Vergleich mit dem Redmine-Standard findest du unter Planning Add-On im Vergleich.
  • AI Add-On: KI-Funktionen in Ticket und Wiki. Mehr dazu unter Redmine AI Hosting.
  • SAML / SSO Add-On: Anmeldung über das Firmenkonto, eingerichtet über die Oberfläche.
  • ClamAV Add-On: Virenscan für alle Dateien, die in Tickets und Wiki hochgeladen werden.

Add-Ons werden monatlich abgerechnet. Die Preise stehen auf der Seite Redmine Hosting.

Weiterführende Infos

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